Publication hybride
Le projet d’anniversaire de l'École d’Arts Visuels Berne et Bienne ne se présente pas seulement sous la forme d’un livre imprimé. Dès le départ, ses contenus sont conçus de manière à fonctionner simultanément en tant que publication, site web et archive numérique. Les textes, images et références sont saisis une seule fois et peuvent ensuite être réutilisés sous différentes formes, que ce soit sous forme de livre, de site web, d’archives numériques ou de compilations thématiques. Ainsi, l’ouvrage imprimé n’est pas un produit final, mais un élément qui s’inscrit dans un système de publication plus vaste.
Lehrlauf

Als die zweite Ausgabe des Lehrlaufs 1983 erschien, verabschiedete die Grafik Fachklasse nicht einfach einen Lehrer, sondern eine prägende Persönlichkeit des Schweizer Grafikdesigns. Adolf «Flü»
Flückiger, wie ihn alle nannten, hatte die Berner Grafikausbildung entscheidend mitgeprägt und war am Aufbau der Grafikfachklasse beteiligt. Sein Kollege Herbert Auchli beschreibt ihn als unermüdlich Suchenden, als Optimisten und als einen der «great old men of Swissgraphicdesign».Bären Presse Bern

Das erste Buch der Bären Presse Bern entstand Anfang der 1980er-Jahre in Zusammenarbeit zwischen Robert Wampfler, Klaus Röcken und Ernst Schär. Über viele Jahre entstanden in kleinen Auflagen bibliophile Publikationen von hoher handwerklicher Qualität. Dabei stand das Zusammenspiel von Satz, Papier und Illustration im Vordergrund, verstanden als Einheit des Buches. Wampfler, damals Lehrer für Allgemeinbildung an der Schule für Gestaltung Bern, wirkte als Verleger. Röcken, gelernter Buchsetzer und Typograf, verantwortete den Satz, Schär als Druckfachlehrer und Leiter des manuellen Druckateliers den Handpressendruck.
Vision

«Die Entwicklung des graphischen Gewerbes ist der beste Gradmesser für die zunehmende Grösse der Bundesstadt.» Mit diesem Satz erschien 1926 in der humoristisch-satirischen Monatsschrift
Bärenspiegel eine Illustration, die Bern als vertikale Zukunftsstadt zeigte: Druckereien, Clichéanstalten, Buchkunst, Chemigrafie und Verlage türmten sich zu einer urbanen Medienlandschaft. Nicht Banken oder Fabriken standen im Zentrum der Vision, sondern das grafischeGewerbe.Hybride Publikation

Das Jubiläumsprojekt der SfG BB erscheint nicht nur als gedrucktes Buch. Die Inhalte werden von Anfang an so aufgebaut, dass sie gleichzeitig als Publikation, Website und digitales Archiv funktionieren. Texte, Bilder und Verweise werden einmal erfasst und können danach in unterschiedlichen Formen weiterverwendet werden: als Buch, Website, digitales Archiv oder spätere thematische Zusammenstellungen. Das gedruckte Buch bleibt dabei nicht Endpunkt, sondern Teil eines grösseren Publikationssystems.
Bärenspiegel

Als der ehemalige Kunstgewerbeschüler Armin Bieber 1923 gemeinsam mit Hans Eggimann die satirische Monatsschrift Bärenspiegel gründete, entstand in Bern weit mehr als ein humoristisches Blatt. Der Titel spielte auf Till Eulenspiegel an, doch der Bärenspiegel wurde rasch zu einer Plattform für Zeichner aus der ganzen Schweiz, darunter viele aus dem Umfeld der kunstgewerblichen Abteilung der Gewerbeschule Bern.
Werdegänge
2018 erscheint mit Zwischenhalt eine Publikation der Keramikdesign Fachklasse Bern, die 24 ehemalige Lernende porträtiert. Der Titel ist bewusst gewählt. Die Beiträge verstehen sich nicht als abgeschlossene Erfolgsgeschichten, sondern als Momentaufnahmen unterschiedlicher Berufswege zwischen Atelier, Designstudio, Kunst, Unterricht und Selbstständigkeit. «Keine geschönten Biografien», schreibt der damalige Direktor
StefanGelzerim Vorwort, sondern «berührende und eindrückliche Einblicke» in ein Berufsfeld, das viel Eigenständigkeit verlangt.Bilderbuchkarriere

1992 erscheint Der Regenbogenfisch des Berner Illustrators Marcus Pfister, Grafiker und Absolvent der Schule für Gestaltung Bern. Das Bilderbuch startet mit einer Auflage von 30’000 Exemplaren und entwickelt sich zu einem internationalen Exportschlager des Schweizer Kinderbuchs. Der Erfolg liegt nicht nur an der schillernden Heissfolien-Prägetechnik, die die Schuppen zum Glänzen bringt, sondern auch an der Botschaft, dass Teilen Freude bereitet und wahre Freude nicht aus äusserer Schönheit entsteht. Über 30 Millionen Exemplare werden verkauft, das Buch wird in mehr als 50 Sprachen übersetzt. 2016 trägt Michelle Obama die Geschichte bei einer Veranstaltung im Weissen Haus vor. Inzwischen ist das Buch in den USA in politische Debatten geraten: Im Bundesstaat Florida wurde Der Regenbogenfisch aus Schulbibliotheken entfernt. Kritiker aus republikanischen Kreisen sehen in der Botschaft des Teilens laut New York Times ein Beispiel für «kommunistisches» Gedankengut.
Publikationen