Officina Helvetica
Une ancienne usine de vélos biennoise abrite de lourdes presses à imprimer, des caisses de composition remplies de plombs ainsi que des caractères en bois rangés dans de longs tiroirs.
Printmediensammlung

Plakate, Einladungskarten, Publikationen, Fotografien, Briefe, Skizzenbücher, Druckgrafiken und Zeitungsartikel: Über Jahrzehnte sind an der SfG BB gestalterische Arbeiten sowie Zeugnisse des
Schul-und Ausstellungsgeschehens zusammengetragen worden. Sie bilden heute die Printmediensammlung der Schule. Die Sammlung umfasst analoge und digitale Archivalien aus der Schule undihremUmfeld. Die Materialien stammen von Lernenden, Lehrpersonen sowieweiterenmit der Schule verbundenen Personen und Institutionen. Gemeinsam dokumentieren sie die gestalterische Produktion der Schule seit den 1970er-Jahren. Was zunächst gesammelt und aufbewahrt wurde, wird seit 2018 systematisch geordnet, erfasst und dokumentiert. Die Printmediensammlung wurde von Klaus F. Pressmann aufgebaut und wird bis heute von ihm betreut. Die Bestände sind nach Mediengruppen und Entstehungsjahren gegliedert und werden kontinuierlich gepflegt und erweitert.Bären Presse Bern

Das erste Buch der Bären Presse Bern entstand Anfang der 1980er-Jahre in Zusammenarbeit zwischen Robert Wampfler, Klaus Röcken und Ernst Schär. Über viele Jahre entstanden in kleinen Auflagen bibliophile Publikationen von hoher handwerklicher Qualität. Dabei stand das Zusammenspiel von Satz, Papier und Illustration im Vordergrund, verstanden als Einheit des Buches. Wampfler, damals Lehrer für Allgemeinbildung an der Schule für Gestaltung Bern, wirkte als Verleger. Röcken, gelernter Buchsetzer und Typograf, verantwortete den Satz, Schär als Druckfachlehrer und Leiter des manuellen Druckateliers den Handpressendruck.
Worbla

Seit September 2024 fährt eine besondere Worbla auf dem Netz des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS). Gemeinsam mit der SfG BB wurde eine Zugkomposition gestaltet, um den neuen Schulstandort Bern sichtbar zu machen und gleichzeitig den Dialog über Zukunftsfragen anzuregen. Mit Bildern, Fragen und Ideen lädt sie die Fahrgäste dazu ein, über die Zukunft nachzudenken. Das Design
studioJohnson/Kingston hat zusammen mit Lernenden und Studierenden der SfG BB die Idee eines «Zukunftslabor auf Schienen» entwickelt, Fragen und Ideen wurden in Workshops zudem mit Bewohner:innen des Bernaparks erarbeitet. Dank Unterstützung von Sponsoren und Lehrbetrieben konnte die Idee schliesslich auch in die Realität umgesetzt werden. Die Worbla ist nicht nur rollende Botschafterin für Gestaltung und Kreativität, sondern auch ein Symbol dafür, wie Mobilität und Bildung im Alltag zusammenfinden. Das Zukunftslabor auf Schienen wird mindestens sechs Jahre in Betrieb bleiben.Fensterflügel-Performance
Im Juni 2024 verwandelte sich das Schulhaus an der Schänzlihalde für eine Viertelstunde in eine performative Maschine. Lernende, Lehrpersonen und Mitarbeitende verabschiedeten sich mit einer ungewöhnlichen Geste von einem Zuhause, das die Schule über Jahrzehnte geprägt hatte. Für diesen Abschied entwickelte Gabrièle Gisi aus dem Ausstellungsteam eine Fensterflügel-Performance, bei der 144 Karussellfenster im Takt des Soundtracks von Milan Slick bewegt wurden. Eine Drohne und zwei Kameras hielten die Aktion fest.
En garde!
Anfang 2001 will die Stadt Bern ihr Erscheinungsbild modernisieren. Ein Wettbewerb wird ausgeschrieben, Daniel Dreier und Urs Grünig gewinnen. Ihr Vorschlag ist kein behutsames Redesign, sondern ein klarer Schnitt: Statt des Stadtwappens auf Briefpapier und Drucksachen schlagen sie ein typografisches Zeichen vor – ein rotes «B», darüber ein schwarzes «E», das sich auch als Krone lesen lässt. Ein präziser, reduzierter Entwurf und, für eine Stadtverwaltung, ein erstaunlich mutiger Wurf.
Bärenspiegel

Als der ehemalige Kunstgewerbeschüler Armin Bieber 1923 gemeinsam mit Hans Eggimann die satirische Monatsschrift Bärenspiegel gründete, entstand in Bern weit mehr als ein humoristisches Blatt. Der Titel spielte auf Till Eulenspiegel an, doch der Bärenspiegel wurde rasch zu einer Plattform für Zeichner aus der ganzen Schweiz, darunter viele aus dem Umfeld der kunstgewerblichen Abteilung der Gewerbeschule Bern.
Tapetenwechsel

In den 1950er-Jahren erlebt die Tapete ein Revival als prägendes Element der Wohnkultur. Nach den Kriegsjahren stehen Muster und Farbe für Aufbruch und neue Wohnvorstellungen. 1958 beteiligen sich die Berufsklassen Grafik und Schaufensterdekoration unter der Leitung der Lehrer Eugen Jordi und Hermann Oberli an einem internationalen Wettbewerb für Tapetenentwürfe. Mit mehreren Preisen, Ehrenerwähnungen und Ankäufen erzielen die Berner Schülerinnen und Schüler einen bemerkenswerten Erfolg.
Schaufensterdekorationskurs

1931 wird mit dem Bezug der neuen Lehrhalle eine Rochade möglich: Die Malerklassen, die bisher im Dachstock des Kornhauses untergebracht waren, ziehen in den Neubau. Der Schaufensterdekorationskurs übernimmt den frisch renovierten Dachstock. Im Bericht des Schuljahres 1931/32 lässt sich nachlesen: «Wir stellten 5 Kojen auf für den Schaufensterdekorationskurs; überwölbte Nischen, die bis anhin den Malern für ihre Übungen dienten, können wir nun ebenfalls für die Schaufensterdekorationskurse verwenden.»
Reportage Lützelflüh

Das Bild zeigt zwei Mädchen am Uelibrunnen in Lützelflüh. Die Aufnahme entstand 1954 im Rahmen einer Reportage der «Photographenklasse» der Gewerbeschule Bern. Anlass war der hundertste Todestag des Schriftstellers Jeremias Gotthelf. Unter Leitung ihres Fachlehrers reisten die Schülerinnen und Schüler an einem Sonntag ins Emmental und fotografierten «Gotthelfstätten».
Öffentlichkeitsarbeit

«Das freudigste und nachhaltigste Ereignis im abgelaufenen Schuljahr war die aktive Teilnahme aller Lehrtöchter und Lehrlinge an den Jubiläumsfeierlichkeiten 600 Jahre Bern im Bund der
Eidgenossen», schreibt DirektorAlbertMüllerim Bericht des Schuljahres 1953/54. «Die Schüler bildeten einen Umzug und traten nach Berufen geordnet in ihrem Arbeitskleid mit Arbeitsproben oder Berufssymbolen erstmals gesamthaft vor die Öffentlichkeit.»Marzili

Im Sommer 1979 arbeiteten die fünf Künstler Ernst Jordi, Walter Kretz, Jimmy Schneider, Walter «Pieps» Vögeli und Urs Suter – alle aus dem Umfeld der Schule für Gestaltung – im Aareschwimmbad Marzili. Es entstehen Eisenplastiken von Jordi und Schneider. Suter und Vögeli vollenden eine knapp fünf Meter hohe Version ihrer Skulptur Trojanisches Pferd. Walter Kretz erstellt einen begehbaren Schrein aus Beton, dessen tonnenschwere Türflügel sich rituell öffnen und schliessen und dem Ort eine kultische Konnotation geben. Tausende Badegäste wohnten den offenen Atelierarbeiten jeweils bei.
Brienzer Zimmer

«Brienzer Schnitzlerschule. Täfelung samt Decke im Kommissionszimmer Nr. VII im Hoch-Parterre. Das Ornamentale nach Entwürfen des Direktors Kienholz und Lehrer Huggler.» So steht es im Prachtband Das neue schweizerische Bundeshaus in Bern, der 1902 zur «Vollendung und Einweihung» des Parlamentsgebäudes erschien. Das «Brienzer Zimmer» ist Teil der ehrgeizigen Gesamtausstattung, die der Architekt Hans Wilhelm Auer bis ins Detail plante und bei der er Materialien, Künstler und Handwerker aus allen Landesteilen berücksichtigte. Wände und Decke sind mit Holzreliefs der Schnitzlerschule von Brienz verziert, deren Kunstfertigkeit seit Anfang des 19. Jahrhunderts weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Ganz im Sinne des architektonischen Historismus von Auer: Der erwähnte Direktor Hans Kielholz hatte in Florenz die Holzkunst der Renaissance studiert und als «zeitgemässe» Formensprache in den Unterricht der Schnätzi eingeführt.
Briefmarken

1956 wurde Hans-Rudolf Schwarzenbach mit der Weltmeisterschaftsmedaille für die schönste Sportbriefmarke des Jahres ausgezeichnet. Der Zeichner, Lithograf und Grafiker unterrichtete von 1940 bis 1976 an der Kunstgewerbeschule und gestaltete über hundert Postwertzeichen. Solange Moser, ebenfalls Grafikerin und Lehrerin an der Schule, entwarf ab den 1970er-Jahren mehrere Briefmarkenserien für die PTT, darunter eine Reihe zu Schweizer Volksbräuchen. Bereits in den 1930er-Jahren gestaltete der Grafiker Eugen Jordi erste Pro-Juventute- und Landschaftsbriefmarken für die PTT und prägte damit die frühe Entwicklung der Schweizer Postwertzeichen. Immer wieder entstanden im Umfeld der Schule für Gestaltung Bern Briefmarken, vereinzelt gingen Wettbewerbe für neue Postwertzeichen sogar an Lernende.
Archiv
Archive bewahren nicht nur, sie stellen Zusammenhänge her. Sie machen Vergangenheit lesbar und geben einer Institution ein Gedächtnis. Meistens ist dieses Gedächtnis lückenhaft.
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