Spanische Grippe
Als 1918 die Spanische Grippe die Schweiz erreicht, gerät auch der Schulbetrieb durcheinander. Die Pandemie trifft eine Gesellschaft, die bereits unter den Folgen des Ersten Weltkriegs leidet. Allein in der Schweiz sterben zwischen 1918 und 1920 rund 25’000 Menschen. Im Jahresbericht der Schule ist von «Grippeferien» die Rede, einem heute beinahe harmlos klingenden Begriff für ausserordentliche Schulschliessungen und Unterrichtsausfälle während der Pandemie.
Live-Sessions
Als im Frühjahr 2020 der erste
Corona-Lockdowndas öffentliche Leben zum Stillstand brachte, wurde das Fotostudio an der Schänzlihalde kurzerhand zum Live-Studio umgebaut. Von hier aus gingen allwöchentlich Konzerte, Lesungen und Gespräche auf Sendung. Die Schule schuf damit einen Ort, an dem Kultur weiter stattfinden konnte, als Bühnen geschlossen blieben und persönliche Begegnungen kaum mehr möglich waren. Zugleich blieb sie mit ihrer Schulgemeinschaft und einem Publikum weit über die Schule hinaus inVerbindung.Lichtsatzanlage

Mit der Inbetriebnahme einer Linotype
System3 reagierte die Kunstgewerbeschule der Stadt Bern 1982 auf den technologischen Wandel im Berufsfeld der Schriftsetzer. Die über 300’000 Franken teure Anlage wurde durch öffentliche Subventionen sowie Beiträge von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden und der Lieferfirma Morgenthaler Linotype GmbH ermöglicht. Für die Schule bedeutete die Anschaffung einen wichtigen Schritt vom traditionellen Satz hin zu elektronischen Produktionsverfahren. Die FachlehrerWalterBonaniundErnstWegmüllerbereiteten sich intensiv auf den Unterricht mit der neuen Technologie vor. Die Berner Zeitung berichtete am 23. November 1982 über die Einweihung und bezeichnete die KGSB als eine der bestausgerüsteten Ausbildungsstätten für Schriftsetzer in der Schweiz.Gesamtsanierung

Wie lässt sich ein Gebäude erneuern und zugleich sein Charakter bewahren? Genau diese Frage steht im Zentrum der Gesamtsanierung der Schänzlihalde 31.
Als die SfG BB im Sommer 2024 in den Campus Bernapark umzog, begann die umfassendste Erneuerung des Gebäudes seit jener Umbau- und Erweiterungsphase, in der der Architekt Willy Pfister sein 1971 eröffnetes Schulhaus zwischen 1988 und 1991 an neue Anforderungen anpasste.Selbstständigkeit

1971 wurde die Kunstgewerbeschule Bern selbstständig. Bis dahin war sie organisatorisch Teil der Gewerbeschule Bern und über zahlreiche Provisorien in der ganzen Stadt verstreut. Mit dem Bezug des Neubaus an der Schänzlihalde erhielt sie nicht nur ein eigenes Zuhause, sondern führte ab dem 1. Januar 1971 auch erstmals eine eigene Rechnung.
Scanner

«Die Kunstgewerbeschule Bern ist jetzt in der Lage bei der Ausbildung künftiger Fachleute die modernste Technik miteinzubeziehen», so beschreibt Der Bund im November 1979 die (nicht so)
aussergewöhnlicheSchenkung eines Scanners.Anlässlichder Eröffnung eines Ausbildungs- und Informationszentrums für die grafische Industrie bei Siemens-Albis in Zürich erhält die Kunstgewerbeschule im Juni 1979 von den Firmen Siemens-Hell (Kiel) und Siemens-Albis(Zürich)den Farbscanner Chromagraph 299 mit Laserlichtquelle im Wert von über 200'000 CHF geschenkt. Der Scanner soll dazu beitragen, «den Ruf der Schweizer als hervorragende Repro-Spezialisten auch für die kommende Generation, die mit gänzlich neuen Hilfsmitteln arbeiten wird, zu erhalten». Ein entsprechendes Ausbildungsangebot wird entwickelt und ab 1981 starten gleich zwei Kurse – für gelernte Berufsleute sowie für «Lehrlinge und Lehrtöchter».Fusion
«Wir bauen eine neue Schule.» Mit diesem programmatischen Satz beginnt der Jahresbericht 1998/99. Auslöser ist ein Auftrag der Erziehungsdirektion des Kantons Bern: Die Schulen für Gestaltung in Bern und Biel sollen zu einer gemeinsamen kantonalen Institution zusammengeführt werden. Der Zusammenschluss soll bereits auf den 1. Januar 2000 vollzogen werden.
Protest

2013 protestierte die SfG BB gegen die drohenden Sparmassnahmen des Kantons Bern. Im Rahmen der
kantonalenAngebots- und Strukturüberprüfung sollten die Subventionen für den gestalterischen Vorkurs gestrichen werden. Damit stand ein traditionsreiches Angebot für angehende Gestalter:innen vor dem Aus. Auf Initiative des Künstlers und damaligen Lehrers Edi Aschwanden organisierten Lernende und Lehrpersonen anstelle einer klassischen Demonstration die Aktion «Gross- und Regierungsräte malen». Sie porträtierten alle 160 Grossrät:innen sowie die sieben Mitglieder des Regierungsrates. Die Bilder wurden während der Parlamentssession im Berner Rathaus ausgestellt und fanden auch in den Medien grosse Beachtung.Inauguration
En 1887, l’École de dessin artistique et industriel ouvre ses portes à Bienne. Ses initiateurs ne sont pas des artistes, mais des représentants de l’industrie horlogère. Graveurs, guillocheurs et fabricants de montres réclament la création d’une école de dessin auprès de la ville afin de doter la conception des montres d’une formation professionnelle plus poussée. Dans leur requête, ils déclarent que la décoration exerce une « influence considérable sur la vente d’une montre », raison pour laquelle elle mérite un encouragement ciblé.
Getrennte Bildungswege
Bis heute werden die SfG BB und die Hochschule der Künste Bern regelmässig miteinander verwechselt. Das überrascht nicht. Beide sind Ausbildungsorte für Gestaltung, die HKB darüber hinaus auch für die Künste. Heute verfolgen die beiden Institutionen jedoch unterschiedliche
Bildungsaufträge. Dass diese Aufgaben klar getrennt sind, ist eine vergleichsweise junge Entwicklung.Museumsnacht

2009 beteiligt sich die SfG BB erstmals an der Berner Museumsnacht. Als einzige Bildungsinstitution unter den damals 33 teilnehmenden Kulturhäusern öffnet sie ihr Gebäude an der Schänzlihalde für ein breites Publikum. Anlass ist die Ausstellung Wortlaboratorium von Rudolf Mumprecht, der während vieler Jahre an der Kunstgewerbeschule Bern unterrichtet hatte. Performances, Führungen, Trickfilme, Lichtinstallationen und offene Werkstätten ergänzen das Programm. Die Resonanz ist gross. Was als Gastauftritt beginnt, wird rasch zu einer festen Tradition. Die Schule tritt dem Verein Berner Museen bei und beteiligt sich fortan jedes Jahr an der Museumsnacht. Im Zentrum steht jeweils eine kuratierte Ausstellung aus dem Jahresprogramm der Schule. Die Museumsnacht verleiht ihr zusätzliche Sichtbarkeit und erweitert sie um Führungen, Veranstaltungen sowie Einblicke in Ateliers und Werkstätten. Die Schänzlihalde wird für eine Nacht zum Ausstellungsort, Begegnungsraum und
Experimentierfeldzugleich.Moving Nonstop

Im Sommer 2024 zieht die SfG BB vom Standort Schänzlihalde in den Bernapark um. Um auf diesen Wechsel aufmerksam zu machen, entsteht gemeinsam mit der Berner Digitalagentur Mutoco die Installation Moving Nonstop. Die Zusammenarbeit ist naheliegend, denn zwischen Mutoco und der Schule bestehen seit Jahren enge personelle Verbindungen.
Balade d’automne

Le « Herbstbümel » fait partie intégrante du programme annuel du site de Bienne. En 2025, cette excursion
collectiveproposait un tour en bateau jusqu’à l’île St-Pierre suivi d’une balade à pied jusqu’à Erlach. La randonnée s’est conclue sur un pique-nique avec un tournoi de football où la meilleure équipe et la tenue la plus originale ont été récompensés. Le Herbstbümel permet de réunir des aspects disparates du quotidien en créant dessouvenirscommuns, au-delà des cours et du travail.Pilgerfahrt

Zeitungsartikel aus dem Emmentaler Blatt vom 2. Mai 1972 über die Pilgerfahrt des jungen, an der
Kunstgewerbeschuleausgebildeten Dekorateurs und angehenden Malers Ulrich Dolder aus Niederbipp. Mit Pferd und Wagen brach er zu einer über 1000 Kilometer langenReisenach Paris auf, unter anderem zum Grab von Vincent van Gogh inAuvers-sur-Oise. Die Fahrt war zugleichPilger-,Studien- und Werbereise für sein künstlerischesSchaffen.Töff

1979 raste ein Töfffahrer zum Kursabschluss der Grafik Fachklasse die Treppen im Schulgebäude an der Schänzlihalde hinauf und wieder hinunter – begleitet von Musik. Die Aktion sorgte für Aufmerksamkeit und schaffte es in die Berner Zeitung.
Schweizerische «Landi» 1914

Vom 15. Mai bis 15. Oktober 1914 fand in Bern die dritte Schweizerische Landesausstellung statt. Am Rand des Bremgartenwaldes entstand auf Neu-, Mittel- und Viererfeld eine temporäre Ausstellungsstadt mit Hallen, Pavillons und Restaurants. Mehr als 6000 Ausstellende präsentierten Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft, Wissenschaft und Kunst. Die Schau fiel in eine politisch angespannte Zeit und wurde bald vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs überschattet; dennoch besuchten rund 3,2 Millionen Menschen die Ausstellung.
Rotationsmaschine

1928 reist eine Delegation der kunstgewerblichen Abteilung zur internationalen Presseausstellung «Pressa» nach Köln. In riesigen Hallen stehen Druck- und Setzmaschinen neuester Konstruktion. Besonders beeindruckend wirkt eine monumentale Rotationsdruckmaschine im amerikanischen Sektor des «Staatenhauses». Über ihr weht das Sternenbanner. Im Bericht des Schuljahres 1928/29 wird die Maschine folgerichtig als amerikanisches Produkt beschrieben. Kurz darauf meldet sich jedoch die Maschinenfabrik Winkler, Fallert & Co. (Wifag) in Bern zu Wort: Die einzige Rotationsdruckmaschine im Sektor Amerika, schreibt das Unternehmen 1929, sei in Wirklichkeit ein Erzeugnis ihrer eigenen Fabrik gewesen. Sie drucke gleichzeitig 96 Seiten und sei die grösste Maschine der gesamten Ausstellung.
Öffentlichkeitsarbeit

«Das freudigste und nachhaltigste Ereignis im abgelaufenen Schuljahr war die aktive Teilnahme aller Lehrtöchter und Lehrlinge an den Jubiläumsfeierlichkeiten 600 Jahre Bern im Bund der
Eidgenossen», schreibt DirektorAlbertMüllerim Bericht des Schuljahres 1953/54. «Die Schüler bildeten einen Umzug und traten nach Berufen geordnet in ihrem Arbeitskleid mit Arbeitsproben oder Berufssymbolen erstmals gesamthaft vor die Öffentlichkeit.»Nachkriegszeiten
Die befürchtete Arbeitslosigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg blieb aus. Stattdessen herrschte Vollbeschäftigung. Im Schulbericht 1957/58 wurde festgehalten: «Unser Land erlebt seither nicht nur eine Vollbeschäftigung, sondern eine Hochkonjunktur wie nie zuvor». Die Nachfrage nach Arbeitskräften war so gross, dass «die einheimischen Arbeitskräfte schon lange nicht mehr ausreichten» und zusätzliche Arbeitskräfte aus dem Ausland eingesetzt
wurden.Mobilmachung
Die Mobilmachung zu Beginn des Zweiten Weltkriegs griff unmittelbar in den Schulalltag ein. Lehrpersonen und Lernende wurden zum Militärdienst aufgeboten, Betriebe verloren Arbeitskräfte und der Unterricht musste unter erschwerten Bedingungen organisiert werden. In den Jahresberichten aus den betreffenden Jahren wird festgehalten: «Die Mobilisation störte den Unterricht höchst empfindlich.»
Grand Prix Grafik

Le Grand Prix Grafik compte parmi les temps forts de la classe spécialisée de graphisme. En tant que projet interne de fin d’études, il offre aux apprenti·e·s un espace de liberté leur permettant de développer un travail créatif de manière autonome durant une période de trois mois environ. Ceci permet de poursuivre le
processuscréatif du début à la fin, de l’idée initiale à la mise en œuvre et à la présentation, en passant par la recherche et le concept.Distance Learning
Freitag, 13. März 2020: Die Lage spitzt sich stündlich zu. Im Tessin sind die Schulen bereits geschlossen, in Bern
kursierenerste vertrauliche Hinweise darauf, dass der Bundesrat noch am selben Tag weitreichende Massnahmen bekannt geben wird. Hinter den Kulissen beginnen die Vorbereitungen.Bombenalarm
Mit einem lauten Knall endete am Abend des 2. Dezember 2015 der Einsatz der Berner Polizei beim Bahnhofaufgang Neuengasse. Einer Passantin war ein verdächtiger Gegenstand aufgefallen; sie alarmierte die Polizei. Kurz darauf sperrten rot-weisse Bänder den Bereich ab, bewaffnete Polizisten sicherten die Umgebung, der Feierabendverkehr rund um den Bahnhof kam zum Stillstand.
Bildungspolitik
Im Herbst 1939 wird die
KeramischeFachschule in Bern geschlossen. Zwei mögliche Nachfolger des bisherigen Leiters können sich nicht auf eine gemeinsame Ausrichtung einigen, zugleich fehlen Mittel für die technische Modernisierung. Die Unterrichtsräume werden gekündigt, die verbleibenden Schüler in Lehrbetrieben untergebracht. Doch die Entscheidung bleibt nicht unwidersprochen. Berufsverbände protestieren – und auch der Vorsteher des bernischen Lehrlingsamts, Erwin Jeangros, setzt sich für den Erhalt der Schule ein. Mit Erfolg: Bereits 1941 wird die Schule wieder eröffnet. Mit Benno Geiger und Werner Burri gewinnt sie zwei Lehrerpersönlichkeiten, die Impulse aus der Wiener Kunstgewerbeschule und der Bauhaustöpferei nach Bern bringen.Berner Design Preise
Der Berner Design Preis wird seit 2007 alle zwei Jahre von der Berner Design Stiftung vergeben. Er würdigt etablierte Designer:innen, die mit eigenständiger Formensprache, klarer Haltung oder technischer Präzision die Szene prägen, und unterstützt zugleich den Nachwuchs über ein Patenschaftsmodell. Im Folgenden stehen Preisträger:innen im Mittelpunkt, die mit der SfG BB – beziehungsweise der früheren Kunstgewerbeschule – verbunden sind: sei es durch ihre Ausbildung oder ihre
Lehrtätigkeit.
Ereignisse