Und dann?

So vielfältig wie die Menschen sind auch ihre Wege nach der Schule. Mit dem Projekt Von hier aus weiter lanciert die Schule für Gestaltung Bern und Biel 2026 eine Porträtreihe über ehemalige Lernende und Studierende, deren gestalterischer Weg an der SfG BB begann. Die alphabetisch geordneten Kurzporträts erzählen von Menschen, die heute in Design, Kunst, Musik, Kommunikation, Handwerk oder Unternehmertum tätig sind. Sie zeigen, wie unterschiedlich sich gestalterische Laufbahnen entwickeln können.
Live-Sessions
Als im Frühjahr 2020 der erste
Corona-Lockdowndas öffentliche Leben zum Stillstand brachte, wurde das Fotostudio an der Schänzlihalde kurzerhand zum Live-Studio umgebaut. Von hier aus gingen allwöchentlich Konzerte, Lesungen und Gespräche auf Sendung. Die Schule schuf damit einen Ort, an dem Kultur weiter stattfinden konnte, als Bühnen geschlossen blieben und persönliche Begegnungen kaum mehr möglich waren. Zugleich blieb sie mit ihrer Schulgemeinschaft und einem Publikum weit über die Schule hinaus inVerbindung.SfG BB Expanded

Mit dem Umzug in den Campus Bernapark entwickelte die SfG BB das Ausstellungsformat SfG BB Expanded. Seither werden im Kornhausforum Bern jährlich die Abschlussarbeiten der Fachklassen sowie die Diplomprojekte der Höheren Fachschule präsentiert. Mit dem Kornhaus als Ausstellungsort knüpft die Schule an einen Ort an, der eng mit ihrer Geschichte verbunden ist. Gleichzeitig stärkt SfG BB Expanded die Präsenz der Schule im Zentrum Berns und macht die Vielfalt ihrer Ausbildung einem breiten Publikum zugänglich.
Museumsnacht

2009 beteiligt sich die SfG BB erstmals an der Berner Museumsnacht. Als einzige Bildungsinstitution unter den damals 33 teilnehmenden Kulturhäusern öffnet sie ihr Gebäude an der Schänzlihalde für ein breites Publikum. Anlass ist die Ausstellung Wortlaboratorium von Rudolf Mumprecht, der während vieler Jahre an der Kunstgewerbeschule Bern unterrichtet hatte. Performances, Führungen, Trickfilme, Lichtinstallationen und offene Werkstätten ergänzen das Programm. Die Resonanz ist gross. Was als Gastauftritt beginnt, wird rasch zu einer festen Tradition. Die Schule tritt dem Verein Berner Museen bei und beteiligt sich fortan jedes Jahr an der Museumsnacht. Im Zentrum steht jeweils eine kuratierte Ausstellung aus dem Jahresprogramm der Schule. Die Museumsnacht verleiht ihr zusätzliche Sichtbarkeit und erweitert sie um Führungen, Veranstaltungen sowie Einblicke in Ateliers und Werkstätten. Die Schänzlihalde wird für eine Nacht zum Ausstellungsort, Begegnungsraum und
Experimentierfeldzugleich.Moving Nonstop

Im Sommer 2024 zieht die SfG BB vom Standort Schänzlihalde in den Bernapark um. Um auf diesen Wechsel aufmerksam zu machen, entsteht gemeinsam mit der Berner Digitalagentur Mutoco die Installation Moving Nonstop. Die Zusammenarbeit ist naheliegend, denn zwischen Mutoco und der Schule bestehen seit Jahren enge personelle Verbindungen.
Mitmachen

Wenn Bern feiert, ist das K’Werk BE – das gestalterische Kursangebot der SfG BB für Kinder und Jugendliche – dabei. Am Bärner Stadtfäscht oder am Buskers, wenn sich die Altstadt füllt und die Gassen zur Bühne werden, sitzen Kinder mitten im Geschehen an langen Tischen und arbeiten an Stoffen, Drucken oder Bildern. Während rundherum musiziert, jongliert und flaniert wird, entstehen hier Arbeiten, die später mit nach Hause genommen werden können. Eine andere Tradition verbindet das K’Werk mit den Grossen Berner Renntagen am Klösterlistutz. Für das Seifenkistenrennen entwickeln Kinder über Wochen ihre Fahrzeuge. Das K’Werk BE verleiht dort den Seifenkisten-Award für Originalität, kreativen Überraschungseffekt und ein überzeugendes Gesamtkonzept. Am Ende zählt die Idee oft mehr als die
Geschwindigkeit.Jubiläumsausstellung

Mit dem Bezug des Neubaus an der Schänzlihalde wurden 1971 die bis dahin an der Gewerbeschule geführten gestalterischen Abteilungen in der neu gegründeten Kunstgewerbeschule – der heutigen SfG BB – zusammengeführt. 50
Jahrespäternahm die JubiläumsausstellungdiesesEreignis zum Anlass, auf die Geschichte der Schule und ihrgestalterischesErbe zurückzublicken.Sammlungen

Die Sammlungen der SfG BB bewahren keramische Gefässe, Tischtextilien und kunsthandwerkliche Alltagsobjekte aus
unterschiedlichenZeiten und Weltregionen. Sie dienen bis heute als Studienmaterial, Anschauungsobjekte und historische Referenzen für den Unterricht.Politwoche
Mit der Überzeugung, dass politische Bildung zu den zentralen Aufgaben einer Bildungsinstitution gehört, initiierten
SimonLehmann und Patrick Helfer 2011 die Politwoche an der SfG BB. Politische Themen waren zwar seit jeher Teil des allgemeinbildenden Unterrichts, die Politwoche verlagerte diese Auseinandersetzung jedoch in ein eigenes Veranstaltungsformat und schuf Raum für direkte Begegnungen mit politischen Akteur:innen.IAD Lab

Seit 2015 findet am Standort Bern der SfG BB das Interaction Design Lab statt. Das Format bringt HF-
Studierende, Dozierende und Praktiker:innen aus Gestaltung und Technologie zusammen. Im Zentrum stehen Vorträge, Workshops und Gespräche, die aktuelle Entwicklungen im Interaction Design nicht nur präsentieren, sondern gemeinsam einordnen unddiskutieren.Form
«Die Schweizer Töpfer besitzen nur beschränkte Weiterbildungsmöglichkeiten. Es existieren keine Meisterschulen, die eine éducation permanente gewährleisten. Dank gebührt der Kunstgewerbeschule Bern für die Initiative ihrer Keramiklehrer [Volker] Ellwanger und [Ernst] Fehr, die sich zum Ziele setzten, ausgebildeten Töpfern die Möglichkeit zu bieten, sich in der Technologie und im Künstlerischen weiter zu vervollkommnen. Die nur noch bis zum 28. Juni geöffnete kleine Ausstellung bietet Gelegenheit zur Überprüfung der Resultate eines zweiwöchigen Meisterkurses von 1979, der als Inhalt die ‹Form› als wichtigstes Grundelement der Keramik vermittelte. Leider wird das Drehen einer gültigen Form als Untergrund für die Glasur (die in den letzten Jahren geradezu euphorisch hochgezüchtet wurde) vernachlässigt, so dass der Betrachter moderner Keramik oft das Unbehagen eines krassen Stilbruches befällt. Die gezeigten Objekte an der Schänzlihalde bezeugen, dass die zehn Töpfer, die sich mit dem Thema ‹Doppelbauchvase›, das heisst mit dem Sichdurchdringen zweier runder Formen befassten, ihre Technik in den beiden Wochen an der Kunstgewerbeschule dermassen perfektionierten, dass sämtliche Werke, die ihre Individualität keineswegs verleugnen, als ‹ausgezeichnet› eingestuft werden können.»
Fensterflügel-Performance
Im Juni 2024 verwandelte sich das Schulhaus an der Schänzlihalde für eine Viertelstunde in eine performative Maschine. Lernende, Lehrpersonen und Mitarbeitende verabschiedeten sich mit einer ungewöhnlichen Geste von einem Zuhause, das die Schule über Jahrzehnte geprägt hatte. Für diesen Abschied entwickelte Gabrièle Gisi aus dem Ausstellungsteam eine Fensterflügel-Performance, bei der 144 Karussellfenster im Takt des Soundtracks von Milan Slick bewegt wurden. Eine Drohne und zwei Kameras hielten die Aktion fest.
Ausstellungen

Die ersten Kunstgewerbeschulen entstehen im Umfeld der Industrie- und Gewerbeausstellungen des 19. Jahrhunderts. Diese grossen Leistungsschauen präsentieren nicht nur neue Produkte, Materialien und Herstellungsverfahren, sondern verändern auch den Blick auf Gestaltung selbst: Form, Qualität und Gebrauch werden öffentlich verhandelt, verglichen und bewertet. Gestaltung wird damit zu einer kulturellen und gesellschaftlichen Frage.
Paul-Boesch-Preise

Der Name Paul Boesch (1889–1969) ist mit Bern und der Geschichte der Schule für Gestaltung verbunden. Der Künstler, Illustrator und langjährige Lehrer an der damaligen Kunstgewerbeschule Bern wurde schweizweit durch seine Illustrationen für den Pestalozzi-Kalender bekannt. Daneben schuf er ein umfangreiches Werk aus Holzschnitten, Wappen, Glasgemälden und Buchillustrationen. Mit seiner eigenständigen Formensprache galt er als Erneuerer der Schweizer Heraldik und überführte traditionelle Bildsprachen in eine zeitgenössische Form.
Schweizerische «Landi» 1914

Vom 15. Mai bis 15. Oktober 1914 fand in Bern die dritte Schweizerische Landesausstellung statt. Am Rand des Bremgartenwaldes entstand auf Neu-, Mittel- und Viererfeld eine temporäre Ausstellungsstadt mit Hallen, Pavillons und Restaurants. Mehr als 6000 Ausstellende präsentierten Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft, Wissenschaft und Kunst. Die Schau fiel in eine politisch angespannte Zeit und wurde bald vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs überschattet; dennoch besuchten rund 3,2 Millionen Menschen die Ausstellung.
Marzili

Im Sommer 1979 arbeiteten die fünf Künstler Ernst Jordi, Walter Kretz, Jimmy Schneider, Walter «Pieps» Vögeli und Urs Suter – alle aus dem Umfeld der Schule für Gestaltung – im Aareschwimmbad Marzili. Es entstehen Eisenplastiken von Jordi und Schneider. Suter und Vögeli vollenden eine knapp fünf Meter hohe Version ihrer Skulptur Trojanisches Pferd. Walter Kretz erstellt einen begehbaren Schrein aus Beton, dessen tonnenschwere Türflügel sich rituell öffnen und schliessen und dem Ort eine kultische Konnotation geben. Tausende Badegäste wohnten den offenen Atelierarbeiten jeweils bei.
Infotag

Der Infotag der SfG BB findet jährlich statt und öffnet die Türen zu beiden Standorten. Ateliers, Werkstätten und Unterrichtsräume in Bern und Biel werden zu Orten der Begegnung: Es kann hineingeschaut, ausprobiert, zugehört und nachgefragt werden. In einer offenen und niederschwelligen Atmosphäre kommen Besucher:innen mit Lernenden, Lehrpersonen und Mitarbeitenden ins Gespräch und entdecken die Vielfalt gestalterischer Berufe und Ausbildungswege. Der Infotag macht sichtbar, was an der SfG BB gelernt, gestaltet und entwickelt wird – und gibt Einblick in die beruflichen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.
Grand Prix Grafik

Le Grand Prix Grafik compte parmi les temps forts de la classe spécialisée de graphisme. En tant que projet interne de fin d’études, il offre aux apprenti·e·s un espace de liberté leur permettant de développer un travail créatif de manière autonome durant une période de trois mois environ. Ceci permet de poursuivre le
processuscréatif du début à la fin, de l’idée initiale à la mise en œuvre et à la présentation, en passant par la recherche et le concept.Bibliothek für Gestaltung
Ein Bibliotheksumzug ist eine komplexe Angelegenheit. Natürlich lassen sich Bücher in Kisten packen und von A nach B bringen. Schwieriger wird es, wenn gleichzeitig rund hundert Laufmeter Bücher vom Freihandbereich ins Magazin verschoben werden müssen. Das Berechnen, Aussortieren, Umsignieren und die korrekte Abbildung der neuen Ordnung im Online-Katalog ist aufwändig. Erst wenn jedes Buch am neuen Ort wieder gefunden werden kann, ist der Umzug
wirklichabgeschlossen.BAM
Die Berner Ausbildungsmesse BAM ist für viele Jugendliche ein wichtiger Orientierungspunkt auf dem Weg in die Berufswelt. Sie findet jährlich im Spätsommer oder frühen Herbst auf dem Gelände der BERNEXPO im Berner Wankdorf statt. Schulen, Betriebe und Institutionen präsentieren hier ihre Ausbildungsangebote und geben Einblick in verschiedene
Berufsfelder.«Ich schlage eine Bresche für die Rockmusiker,
die man immer noch als Idioten betrachtet,
einseitig talentiert und nur mit Drogen und Frauen beschäftigt [...]
Dabeihabeich gerade eine Weinetikette und einT-Shirtdesignt.»«[...] stach mir beim ‹Du Nord› plötzlich völlig
realdie Kunstgewerbeschule ins Auge. Dieser braune Luftbefeuchter riss mich brüsk aus meinem Tagtraum ins Jetzt zurück.»«Ich erinnere mich an Fussballspiele in den
Gängen; Radiomusik als omnipräsentes Hintergrundgeräusch von Gestaltung; familiäre Sommerfahrten ins Tessin; Schulzimmer als variable Ausstellungsdisplays, die immer wieder neu bespielt wurden; eigenwillige Gestaltungsprojekte, die wider jede Vernunft ins Leben fanden […]»
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